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Karlshamn – die Festivalstadt
Auf die Idee, das kleine Dorf Bodekull an der Mündung des Flusses Mieån zur Stadt zu erklären, kam Karl X. Gustav, König von Schweden, der sich am 17. März 1658 dort aufhielt. Blekinge war damals erst seit einem Monat in schwedischem Besitz. Der König schrieb an den Reichsadmiral Wrangel: „Der Hafen von Bodekull ist einfach ideal für Schiffe.” Zehn Jahre später bekam Karlshamn seinen Namen, seine Stadtrechte und eine Werft. Heute hat Karlshamn mehr als 30.000 Einwohner. Sie ist damit die zweitgrößte Gemeinde Blekinges. Die Absicht von Carl X Gustav Absicht war wohl, dass hier einmal der Heimathafen der Flotte sein sollte. Jedoch machte Karlskrona im Jahre 1680 das Rennen.
Als Heimathafen der Flotte wäre Karlshamn in den Genuss staatlicher Gelder gekommen. Da dies fehlschlug, musste die Stadt andere Geldquellen finden. So siedelten sich Industriebetriebe an und der Handel begann zu blühen. Aus Kaufleute wurden Reeder. Im 17. Jh. sorgte man für eine Direktverbindung zum Herzen der småländischen Eisenindustrie, den sogenannten Holländarevägen, der noch heute von Svängsta in Richtung Norden führt.
Frühe Herstellung von Genussmitteln
Bereits vor über hundert Jahren begann hier di Produktion von Branntwein, Punsch, Tabakwaren und Snus (Kautabak). Und eine Druckerei in Karlshamn war zu Anfand des 19. Jhs. der grösste Hersteller von Spielkarten in Schweden!
Heute bewundern wir die schönen Gebäude und die Stadtplanung aus dem 17. Jh. Außerdem befindet sich ein Seefahrtsmuseum in Karlshamn. Von den ganz alten Gebäuden steht noch das "Asschierska Huset" aus dem 17. Jh., das eigentliche, alte Rathaus der Stadt. Es ist als Fachwerk erbaut, vermutlich von Erik Dahlberg.
In der Kirche hat man die Möglichkeit sich mittels Kopfhörer un Tonband selbst ûber die Geschichte zu informieren. Die meisten Gebäude der Stadt sind erst nach dem Brand von 1763 entstanden. Dieses Schicksal erlitten fast alle Städte in Blekinge.
Die Holzhäuser hier haben ihre Eigenart. Die Türen zur Straße hin sind in die Mitte der Längsseite zwischen zwei säulenähnliche Stützen gesetzt. Diese sind in unterschiedlichen Farben bemalt und breiter als andere senkrechte Verstrebungen. Beispiele dafür sind bei Harms Backe in der südlichen Drottninggatan zu sehen, wo auch das Geburtshaus von Alice Tegnér liegt, am Drottninggatan 24. Weiter südlich liegt das alte Hotel Hoppet, das in Wilhelm Mobergs Roman „Die Auswanderer” erwähnt wird.
Das Kulturviertel in Karlshamn
In Karlshamns Kulturviertel ist noch viel von der alten Stadtkultur bewahrt worden, die anderen Orts oft verloren gegangen ist. Zeugen aus dieser Zeit sind das Stadtmuseum, die Tabakfabrik, die Punschfabrik, die Silberschmiede, die Kunsthalle, die Druckerei und die Kaufmannshöfe. Das am besten erhaltende Kaufmannshaus aus dem 18. Jh., der Skottsbergska Gården, steht noch auf seinem ursprünglichen Platz. Im Kellergeschoss befindet sich ein Kaufmannsladen, so wie er vor 200 Jahren aussah. Die Wohnungen der Kaufleute im Erd- und Obergeschoss sind ungefähr aus der gleichen Zeit. Auf dem Hof in Richtung Mieån (Fluss) stehen genau wie im 18. Jh. Schuppen, Speicher und Stall.
Das Stadtmuseum befindet sich im ersten Steinwohnhaus der Stadt, erbaut zwei Jahre nach dem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1763. Außer Seefahrt- und Fischereisammlungen gibt es im Museum den Alice Tegnérs Gedenkraum. Das "Holländarhuset" ist ein Baudenkmal aus dem 17. Jh.
Die Kunsthalle ist in einem alten Speicher untergebracht, mit einer schönen Sammlung schwedischer Malerei der 40er Jahre. Manche Sonderausstellung hat große Beachtung gefunden.
Weltbekannter Punsch

Sehr populär ist das Punschmuseum. Karlshamn besaß in seiner Blütezeit
während des 19. Jhs. zwei Punschfabriken: Die Fabrik der Familie van Bergen wurde zum Museum. Der von Bergen-Punsch hatte im Ausland solchen einen Erfolg, dass die Firma Fabriken in Dänemark, Deutschland und Finnland gründete. Die MuseumsMitarbeiter erzählen stolz, dass man die Produktion jederzeit wieder in Gang setzen könnte - wahr oder nicht.
In der Tabakfabrik kann man über die Produktion von Snus (dem schwedischen Kautabak) und Zigarren aus der Zeit des Tabakanbaus in Schweden viel erfahren. Im 18. Jh. wr Karlshamn in dieser Hinsicht sehr bedeutend - es gab hier 40 Tabakfabriken!
In den Hafenvierteln
Die schwedischen Emigranten, die das Land via Karlshamn verließen, sind in Wilhelm Mobergs Romanen unsterblich gemacht worden. Hier unten am Hafen steht Axel Olssons berühmte Skulptur von Karl-Oskar und Kristina. Ebenfalls im Hafenpark steht die 300 Jahre alte Fiskarstugan (das Fischerhaus).
Die Straße am alten Hafen heißt Ågatan (Å = Flüschen), weil der Mieån hier mündet. Am Kai und entlang der Ågatan befinden sich u.a. das Hotel Carlshamn und Schiffsliegeplätze.
Von hier aus startet das Trollingfischen in der Pukaviksbucht - eine in Anglerkreisen berühmte Attraktion.
Die Jugendherberge
Eine der gemütlichsten Jugendherbergen in Blekinge liegt zentral am Surbrunnsvägen in Karlshamn. Den Spielplatz haben die Kinder und Jugendlichen selbst mitgestaltet. In der Jugendherberge hat jedes Zimmer eine eigene Dusche und Toilette.
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